Brexbachtal und
Bendorf-Sayn
In zahlreichen engen Windungen durchschneidet die Brex die Gesteine des
Grundgebirges. Das mittelgroße Fließgewässer hat zwei Quelläste (Hinterster und
Vorderster Bach), die auf der Montabaurer Höhe entspringen. Auf seinem Weg zum Saynbach
durchfließt der Brex-Bach ein enges Kerbtal, dessen Hänge z.T. von naturnahen
Buchenwäldern bedeckt sind. Andere Partien wiederum bedecken naturferne Fichtenforste.
Auf Sonderstandorten wie extrem trockenen Felsnasen mit einer geringen Bodenauflage
gedeihen bizarr geformte Eichen. In luftfeuchten kleinen Nebentälchen wachsen
Edellaubholzwälder mit Esche. Linde und Bergahorn. Hier kommt sehr versteckt lebend u.a.
die Hirschzunge, eine sehr seltene Farnart vor. Während des Erdzeitalters des Unterdevon,
vor ca. 400 Mio. Jahren, bedeckte ein phasenweise flaches Meer das Gebiet, wo sich heute
das Rheinische Massiv als fester Block erhebt. Zu dieser Zeit herrschte ein tropisches bis
subtropisches Klima. Dies spiegelt sich in dem reichhaltigen Fossilienschatz, der ein
stiller Zeuge der Tier- und Pflanzenwelt des verschwundenen Meeres ist, wider. Besonders
leicht zu finden sind Fossilien an den steilen Hängen der Bachtäler. Hier kommen immer
wieder Gesteinsschichten vor, die reich an Korallen, Seelilien, Brachiopoden, Seesternen
und Trilobiten sind. Der große Lagerplatz der Pfadfindergemeinschaft St. Georg bildet den
Vorposten zum Stadtteil Sayn. Im Mittelalter herrschten hier die Grafen zu Sayn, die sogar
die Vogtei über den Hof der Abtei Maria Laach inne hatten. Ihr Stammschloß wurde 1633
von den Schweden zerstört. Bereits zu dieser Zeit waren die Grafen von Sayn-Wittgenstein
die Grundherren (ab 1600). Die Ruine der Burg Sayn wurde zwischen 1982-85 teilrestauriert.
Ebenso das im neugotischen Stil erbaute Schloß Sayn, die Residenz der Fürsten von
Sayn-Wittengenstein-Sayn. Im 1850 als englischer Garten angelegten Schloßpark befindet
sich der Garten der Schmetterlinge. Maßgeblich prägte ab dem 17. Jh. die
Eisenverhüttung die Wirtschaftsstruktur von Sayn. Die reichen Erzvorkommen in der
Umgebung waren die Grundlage für eine blühende Industrie. 1629 wird der Steinebrücker
Hammer erstmals erwähnt. 1770 kommen die Sayner Hütte, 1838 die Concordiahütte, 1856
die Mülhofener Hütte dazu. Die Sayner Hütte wurde vom Trierer Kurfürsten Clemens von
Wenzelaus gegründet. Die 1828 errichtete Gießhalle ist die älteste Hallenkonstruktion
Deutschlands, deren tragende Teile ganz aus Gußeisen hergestellt sind. Heute ist sie ein
bedeutendes technisches Kulturdenkmal. Wie auch Hillscheid lag Bendorf am Limes. Zur
Erinnerung an die Römerzeit wurde bereits 1912 oberhalb der Stadt ein römischer
Wachtturm errichtet. Auch Töpfereien waren im 17. und 18. Jh. hier ansässig, eine
beispielsweise auf dem Meisenhof. Heute hat er die Funktion eines Ausflugslokals.