| Höhr-Grenzhausen Die Stadt Höhr-Grenzhausen hat ca. 10.000
Einwohner. Neben dem keramischen Kunsthandwerk sind hier bedeutende Keramikfabriken
beheimatet. die keramische Produkte mit industriellen Verfahren in Großserie herstellen.
Im Jahr 1879 wurde die keramische Fachschule (heute: Fachhochschule, Rheinland-Pfalz,
Fachrichtung Keramik; Staatliche Fachschule für Keramik-Gestaltung; Staatliche Fachschule
für Keramik-Technik) gegründet. In der Keramikstadt hat das Töpferhandwerk eine sehr
lange Tradition und wechselvolle Geschichte. In einer historischen Quelle ist belegt, daß
1402 in Höhr nur drei Töpferöfen betrieben werden durften. Mit der Einwanderung von
Töpfermeistern aus Siegburg, Raeren und Lothringen gelangte das Handwerk um 1600 zu einer
ersten Blüte. Das für die Region typische graublaue salzglasierte Steinzeug wurde
entwickelt. 1864 standen in Höhr 20 Kannenöfen für 37 Eulereien zur Verfügung. Heute
gibt es lediglich noch einen holzbefeuerten Kannofen traditioneller Machart. Die
Produktion der weltbekannten Töpferware geschieht in gasbefeuerten Brennöfen. Ein
Ausflug in die Sprachgeschichte zeigt, daß sich die Berufsbezeichnung Euler vom
lateinischen Wort olla (Topf) ableitet. In zahlreichen Töpfereien kann man während
geführter Besichtigungen bei der Herstellung der irdenen Ware zuschauen. Einen guten
Einblick in die Entwicklung des Töpferhandwerks von den Anfängen einfacher
Gebrauchsgegenstände bis hin zu modernsten keramischen Werkstoffen für Medizin,
Elektrotechnik oder Weltraumfahrt vermitteln das 1982 erbaute Keramikmuseum Westerwald und
der Betrieb Töpferei und Museum im Kannenofen Peltner. Geologisch Interessierte können
an der Evangelischen Pfarrkirche in Grenzhausen eine Wanderung durch die Erdgeschichte
machen. An der im neugotischen Stil erbauten dreischiffigen Hallenkirche (1885) führt ein
Weg entlang, der mit Steinen aus allen wichtigen Erdzeitaltern gepflastert ist. |