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Wanderweg Hillscheid

Eines der bedeutendsten Bodendenkmäler im Naturpark Nassau ist der Limes. Der Baubeginn der linearen Verteidigungsanlage geht auf den römischen Kaiser Domitian (um 84 n. Chr.) zurück. Seine Nachfolger, vor allem Kaiser Hadrian, bauten die Befestigungsanlage immer weiter aus. Um die Mitte des 2. Jhs. wurde der anfängliche Flechtwerkzaun, den einfache Holztürme und Erdkastelle sicherten, durch festere Bauanlagen ersetzt. Die hölzernen Wachttürme wurden gegen stabile Steintürme ausgetauscht, die 300 bis 1000 m auseinander standen. Mit Beginn des 3. Jhs. kamen ein Spitzgraben und ein dahinter aufgeschütteter Erdwall, der einen 3 m hohen Palisadenzaun trug, hinzu. Das auch als Pfahlgraben bezeichnete Bollwerk reichte zur Blütezeit des römischen Reiches von Rheinbrohl am Rhein bis Kehlheim an der Donau, eine Strecke von insgesamt 584 km. die Wehranlage wurde erbaut, um das römische Imperium gegen germanische Stämme abzusichern. Dabei hatten die Römer stets im Auge, fruchtbare Landschaften unter ihre Herrschaft zu bringen. Dies ist auch ein Grund, warum der Limes im Bereich des Naturpark Nassau den Rhein, der eine natürliche Grenze darstellt, in östlicher Richtung überschreitet. Nur so konnte das wertvolle Mittelrheinische Becken in seiner Gesamtheit Teil des römischen Reiches werden. Dem um 250 n. Chr., zur Zeit der großen Völkerwanderung, ausgelösten Ansturm hielt die Anlage nicht lange stand. Franken und im Taunus lebende Alemannen schlossen sich zusammen. Gemeinsam durchbrachen sie zwischen 255 und 260 n. Chr. die Befestigungen. Die Römer wichen auf die linke Rheinseite zurück, bis auch hier im 5. Jh. die Römerherrschaft zu Ende ging. Während in der offenen Landschaft die Zeugen an die Römerzeit verloren gingen, konnten sie im Schutz der Wälder die Zeiten überdauern. So findet man gut erhaltene Wall- und Grabenabschnitte in den Waldgebieten zwischen Höhr-Grenzhausen und Hillscheid, wo auch ein Kleinkastell lag. Vor dem nördlichen Ortsausgang von Hillscheid, an der Straße nach Höhr-Grenzhausen, wurde 1994 mit der originalgetreuen Rekonstruktion eines römischen Wachtturms begonnen. Weithin sichtbar erstrahlt das weiß-leuchtende Bauwerk. Leider kann man z.Z. noch nicht die Aussicht von seiner Spitze genießen. Bisher fehlen die finanziellen Voraussetzungen, um die Innentreppe bauen zu lassen.